Wenn ein Werk die Klangvorstellungen des 20. Jahrhunderts aufsprengt, dann Olivier Messiaens »Turangalîla«-Sinfonie. Diese knapp 75‑minütige Riesenpartitur – Ekstase, Überwältigung, Vision – gilt als einer der radikalsten und zugleich lebensbejahendsten Entwürfe sinfonischen Denkens nach 1945. Ausgelöst wurde sie durch einen fast grenzenlosen Kompositionsauftrag aus Boston: Sergej Kussewitzky soll Messiaen die Freiheit zugesprochen haben, »so viele Instrumente« zu wählen, »so lang« und »in dem Stil« zu schreiben, wie er wolle. Messiaen nutzte diesen Spielraum für ein Werk, das sich jedem Maßstab entzieht. Benannt nach einem vielschichtigen Sanskrit-Begriff, der zwischen kosmischem Spiel, Liebe und Vergänglichkeit schwebt, entfaltet die »Turangalîla« ein farbengesättigtes Klanguniversum. Unter der Leitung von Ingo Metzmacher lassen Mitglieder der MCO-Academy im Konzerthaus Dortmund Messiaens Hymnus auf Zeit, Rhythmus, Leben und Tod neu aufleuchten. Pierre-Laurent Aimard meistert den hochvirtuosen Klavierpart, während Nathalie Forget an den Ondes Martenot jene elektrisierende, überirdische Klangfarbe beisteuert, ohne die dieses Werk kaum denkbar wäre. Ein Abend, der nicht nur überwältigt, sondern das Hören in einen Zustand staunender Wachheit versetzt.
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