Was macht das Cello unter den Bläsern? Beim 6. Kammerkonzert gestalten acht Bläser und ein Cellist ein Programm, das unterschiedliche Stilrichtungen, Besetzungen und Ausdrucksformen einfühlsam miteinander verbindet. Den Auftakt bildet Andrey Rubtsovs »Three Moods for wind quintet«, das mit kontrastreichen Charakteren und zeitgenössischer Tonsprache die expressive Bandbreite der Blasinstrumente auslotet. Heitor Villa-Lobos’ Duo »Assobio a játo« spielt bereits im Titel auf eine besondere Flöten-Spieltechnik anspielt (»Jet-Pfiff«). Der intime Dialog zwischen Flöte und Violoncello lebt von großer rhythmischer Freiheit und poetischer Leichtigkeit. Endre Szervánszkys Bläserquintett besticht durch klare Strukturen, markante Rhythmen und eine prägnante Klangsprache. Den Abschluss bildet Carl Reineckes Bläseroktett in B-Dur – ein spätromantisches Werk von reicher Klangfülle und eleganter Form, das die Blasinstrumente in vielfältigen Kombinationen zusammenführt. So entfaltet sich ein Programm, das den Bogen von zeitgenössischer Charakterstudie über kammermusikalischen Dialog bis hin zur groß angelegten romantischen Ensemblekunst schlägt.
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