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Dienstag, 3. November 2026|19:00

Junge Wilde – Lucienne Renaudin Vary

Konzerthaus Dortmund, Dortmund

Wenn Lucienne Renaudin Vary spielt, klingt die Trompete plötzlich wie ein Chamäleon: elegant, frech, tänzerisch – stets mit einem feinen Gefühl für Farben, die sie in diesem facettenreichen Programm von Bach bis Gershwin ausspielen kann. An ihrer Seite sitzt mit Sebastian Heindl ein Organist, der sich nicht scheut, große Räume aufzureißen und Klangwelten zu mischen, die man so kaum je gehört hat. Gemeinsam formen sie ein Duo, das zwei eigentlich gegensätzliche Instrumente zu einer überraschend innigen Partnerschaft führt. Ihre Programmdramaturgie lebt genau von dieser Spannung: Bachs majestätische F-Dur-Toccata zeigt die Orgel als überragende Architektin des Raums – ein Fundament, aus dem später ungeahnte Beweglichkeit entsteht. Arutjunjans Trompetenkonzert, von Heindl eigens für Trompete und Orgel eingerichtet, rückt die Trompete ins Zentrum eines leuchtenden Dialogs: mal wie ein Solist auf einer offenen Bühne, mal eingebettet in den langen Atem der Orgel. Einen intimen Gegenpol bilden Schumanns Studien für den Pedalflügel – Musik, die die Orgel hier fast kammermusikalisch zeichnet und Heindls Virtuosität ganz ohne Monumentalgestus hervorhebt. Aus dieser Klarheit führt der Weg zu einem unerwarteten Finale: Gershwins »Rhapsody in Blue« in einer Fassung, die Jazz-Schimmer und sinfonische Kraft bündelt und den beiden Künstlern einen weiten Resonanzraum schenkt. So entsteht ein Abend, an dem die Orgel nicht nur Klanggigant, sondern beweglicher Partner ist – und die Trompete immer wieder neue Farben wagt, fast wie ein Instrument, das gerade erst seine Freiheit entdeckt.

Programm

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