Mittwoch, 14. April 2027|19:30
6. Philharmonisches Konzert – Brutale Liebe
Liebe kann brutal sein. Niemand hat das so deutlich gezeigt wie William Shakespeare, als er mit »Romeo und Julia« das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur erfand, das in einer brutalen Welt die alle Bedenken beiseiteschiebende Kraft der Liebe erlebt. Unter den vielen »Romeo-und-Julia«-Kompositionen der Musikgeschichte ragt Tschaikowskys Stück durch Ausdruckstiefe und melodische Schönheit heraus. Das Liebesthema ist schlicht ein Jahrhunderteinfall, der seinen Weg mit Leichtigkeit in die Populärkultur gefunden hat – von James Bond bis zu den Simpsons. Jean Sibelius litt an einer brutalen Liebe zum Alkohol. Die letzten dreißig Jahre seines Lebens verbrachte er weltberühmt, aber von Selbstzweifeln zerfressen und ohne noch schöpferisch tätig zu sein. Zu welchen Höhen sich der Klangmagier aufschwingen konnte, zeigt seine großartige 5. Sinfonie. Ihr liegt, so hat Sibelius es selbst beschrieben, »eines der größten Ereignisse meines Lebens« zugrunde, als eines Vormittags eine Gruppe von 16 Schwänen in idyllischer Abgeschiedenheit lange über ihm kreiste. Direkt neben die entsprechende Tagebuchnotiz hat er das Thema skizziert, das als majestätische »Schwanenhymne« in das Finale seiner 5. Sinfonie eingegangen ist. Auch Anna Clyne ließ sich von der Natur zu ihrem für Avi Avital geschriebenen Mandolinenkonzert inspirieren. Sie beendete das Stück in einer kleinen Wohnung, deren Dachterrasse den Anblick des nächtlichen Sternenhimmels mit dem Sternbild Orion bot, den so genannten »Drei Schwestern«. Die Leitung der Konzerte hat ein bereits in jungen Jahren weltweit gefragter Pultstar, Anna Rakitina, die zusammen mit Avi Avital auch die US-amerikanische Erstaufführung der »Three Sisters« gestaltet hat.
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