Mittwoch, 30. September 2026|11:00
1. Philharmonisches Konzert – Seelenklänge
Musik, die uns tief bewegt und direkt auf unser Inneres zielt, entfaltet sich in drei Natur- und Seelenlandschaften: Die titelgebende Heide des Orchesterstücks »Heath« von Matthew Aucoin, dem Featured Composer & Creative Partner der Dortmunder Philharmoniker in dieser Saison, ist weit mehr als eine Stück Natur. Sie ist der Ort, den der halb wahnsinnig gewordene King Lear in Shakespeares vielleicht pessimistischstem Drama durchstreift. Das Bild der kargen, felsigen Heide beschreibt den inneren Ort, den Aucoin musikalisch gestaltet. Dabei bezieht er sich auf verschiedene Elemente des Shakespeare’schen Dramas, ohne eine Handlung illustrativ nachzuzeichnen. Benjamin Britten entwirft in den großen orchestralen Zwischenspielen seiner Oper »Peter Grimes« impressionistische Meeresstimmungen, in denen nicht nur das Meer als heimlicher Protagonist der Oper zu seinem Recht kommt, sondern in denen gleichzeitig die Nöte und das Seelenleben der handelnden Personen auf ergreifende Weise ihren Widerhall finden. Gustav Mahlers »Lied von der Erde« ist ein Werk der Fülle und der Lebenserfahrung. Trunkene, von Resignation grundierte Lebensfreude, das Erlebnis von Schönheit und Sinnlichkeit, schließlich das unausweichliche Scheiden aus der Welt gehen in dieser großformatigen Lieder-Sinfonie Hand in Hand. Am Ende des berühmten letzten Liedes ›Der Abschied‹ dringt Mahler in Regionen vor, die jede Alltagserfahrung weit hinter sich lassen. In ein mildes Licht getaucht wird unsere Zeiterfahrung außer Kraft gesetzt und in einem immerwährenden Klingen aufgehoben. Überwältigend.
Programm
Ausführende
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